Faires Raufen

Ein nicht alltägliches Bildungsangebot zur Gewaltprävention

Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Mattenfeger, Krötenbattle, Bermudadreieck, Rübenziehen und Gefräßiges Krokodil – um lediglich eine kleine Auswahl zu nennen? Wohl nur die wenigsten verbinden mit ihnen ein intensives Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche. Sich mit anderen messen, sich mit anderen reiben, sich selbst spüren, ins Schwitzen kommen, eigene Grenzen erfahren, mit anderen etwas aufbauen und erleben, Vertrauen gewinnen (zu sich und zu anderen), sich in eine Gruppe einbringen, sich selbst und andere ernst nehmen, Wertschätzung erfahren und teilen, Gefühle äußern, Verantwortung übernehmen, achtsam sein, einmal die Perspektive wechseln, sich reflektieren oder einfach nur Spaß und Freude haben. Das Gruppenangebot „Faire Raufspiele“ an der Friedrich-Ebert-Gemeinschaftsschule Schopfheim bietet viel Raum für solche Erfahrungen in allen möglichen Richtungen. In einem geschützten und ritualisierten Rahmen, der Verlässlichkeit und Sicherheit bedeutet, können Schüler Dinge tun, die sie sich sonst nicht unbedingt zutrauen. Sie lernen sich selbst neu kennen, mit ihren Grenzen und Stärken. Mit den wöchentlichen Treffen wächst das Vertrauen in die Gruppe, wie auch zu sich selbst. Über Bewegungs-, Kontakt- und faire Raufspiele, sowie im offenen Austausch, werden Gruppengefühl und Selbstsicherheit gestärkt. Gewohnte Kategorien wie Sieg oder Niederlage verlieren ihre Bedeutsamkeit oder verschwinden ganz. An ihre Stelle treten Fairness, Gruppenidentität, das Achten auf sich selbst und die Fürsorge für den anderen. „Faire Raufspiele“ gibt es als freiwilliges Angebot seit dem Schuljahr 2014/15 für bis zu acht Jungen der Klassenstufen 6 und 7. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2015/16 wird es auch für Mädchen angeboten.

Anleitung: Katharina Hummelbrumm (Schulsozialarbeiterin), Thomas Haug (Schulsozialarbeiter), Wolfgang Steinhauser (Beratungslehrer) und Nadja Braun (Schulsozialarbeiterin Wiesentalschule Maulburg, ab Februar 2016).

Link zur Schulsozialarbeit